Die politische Diskussion um die rechtspopulistische Hetze um das Buch von Thilo Sarrazin ging soweit, dass führende CDU-Politker sich öffentlich dazu hinreizen ließen „Multikulti für gescheitert“ zu erklären. Die Integrationsdebatte bekam dafür Aufwind - auf zukünftigen Resultaten darf man gespannt sein. Ein Journalist hat einmal die Musik von Shareholder Tom als Soundtrack für ein Deutschland ist, in dem das multikulturelle Zusammenleben Spaß macht und sich verdammt gut anfühlt. Es ist nicht überliefert ob der Kölner Multi-Instrumentalist, Musiker, Komponist und Verleger Thomas Berghaus alias Shareholder Tom, sein Album als Gegenentwurf zu den umstrittenen, Angst verbreitenden Sarrazin-Thesen eingespielt hat. Zweifellos hat er jedoch mit Freunden aus aller Welt einen musikalischen Schatz aus seiner Kreativität, Weltoffenheit und Freude am Musizieren entworfen.
Mit „Havanna - Asmara, via Colonia“ erstellt der umtriebige Musiker aus dem Rheinland ein Album, das durch seine Vielfalt auftrumpft und sich von sehr vielen zeitgenössischen Produktionen abhebt. Shareholder Tom lädt ein mit ihm auf eine sehr angenehme Reise zu kommen. Die Soundfahrten führen in die Gebiete Kuba, Afrika und Lateinamerika. Erstaunlich wie intensiv der Produzent und Musiker die polyrhythmischen Strukturen des klassischen Afrobeat (remember Fela Kuti & Tony Allen?) in seinen Soundkosmos einflechtet und selbst definiert. Seine Affinität für die Klangwelten der Karibik werden genauso wenig zurückgehalten wie die offenkundige Liebe zu latineken, funkigen und folkigen Töne. Hier liegt unweigerlich die Stärke des Albums vergraben: Berghaus saugt den Sound ganzer Genres auf und kann dieses Wissen auch in seinen für sich stimmigen oft organischen Kontext setzten. Das ist eine Fähigkeit, die man vielen Musikern wünscht, es aber hörbar oft an der oberflächlichen Studie der anderen Musikkulturen hapert. Bei seinem ersten Album „Emotional Value“ deutete sich das hier zu hörende Material bereits an. Wollte man vielleicht bei dem einen oder anderen Track dazu neigen, ihn noch als künstlich produzierten Globalbeat und verpönten 90er „Acid Jazz“ abzutun, lässt er dem Kritiker diesmal keine Chance auf eine Lücke. Sein zweites Album hat vom ersten bis zum letzten Takt einen warmen Grundton mit einem sehr frischen Openminded-Vibe der dem Hörer durchweg Spaß macht. Man könnte auch sagen, dass er ein „Familienalbum“ mit Freunden aus aller Welt aufgenommen hat. Man hört in jedem Song, dass hier Menschen zusammen gekommen (Rita Gabir, Alison Degbe, Travis Blaque) sind, die sich schätzen und gerne Musik auf professionellem Niveau machen. Puristen werden große Schwierigkeiten haben dem Genrehopping und Grenzeneinreißen zu folgen, den restlichen werden sich Horizonte öffnen.
Peter Hagen
Sind wir alle mal ehrlich. Die älteren Heads, nennen wir sie mal die Schule aus der Generation der Heidelberger Veteranen, und HipHop-Hörer jüngerer Jahrgänge unterscheiden sich oft in der Attitüde und der Umgang mit der Kultur. Für viele war Breakdance, Grafiti, Djing, Beatboxing und der Rap keine in sich fremden und getrennten Elemente, sondern jeweils ein Teil von etwas Großen, aus dem sich jeder etwas nehmen und jeder etwas beitragen konnte. Was viele jüngere Heads als eine Art sagenumwobene Oldschool-Nostalgie oft belächeln, sind die Grundpfeiler einer Jugendkultur die ihre eigenen Wurzeln, ihre Geschichte oft genug vergisst.
Natürlich darf man das nicht pauschalisieren und auf alle HipHop-Interessierten beziehen, aber letztlich ist für viele HipHop auch nur ein Synonym für „Mode“. Diese leere Hülse gab es vor dem Ausverkauf nicht. Irgendwie ist alles HipHop. Rappende Erdnüsse, DSDS und das neuste urban Kleidungsstück von D&G. Wäre soweit die Fronten geklärt? No frontin’? Aber sicher doch. Gerade in diesen Zeiten in denen man gerne HipHop mit Großraumtechno gleichstellt, muss es wieder Handkantenschläge gegen die Vokuhila-Discopogojünger geben und daran erinnert werden, dass HipHop nicht nur funky, soulful, tief gehend und altmodisch sein darf, sondern unbedingt auch soll - für alle. Wenn selbst etabliert HipHop-Print-Redakteure von nur von „Spacken“ sprechen, „die nicht kapiert haben um was eigentlich geht“ und sich HipHop-Fanatiker sich vom Grossteil des heutigen Outputs (Inhalt und Qualität) angewidert abdrehen und lieber ihren Rare-Groove-Scheiben oder dem kreativern elektronischen Output zuwenden läuft definitv etwas falsch im Spiel.
An diesem Punkt kommt man an die Scheibe „Die nackte Wahrheit“ des Wahl-Düsseldorfers KERN von der Gruppe Rey’n’Kernnation und des Multiaktivisten Claudio aus dem süddeutschen Offenburg nicht vorbei. Hier in den Studios des eigenen Labels Streethop Records ist eine kleine Perle entstanden die ihre glänzende Momente in den zwei Schlüsselpositionen, der Liebe zur Kultur und dem kreativen Spaß der Vielfalt hat. So bekommt der Hörer neben einem fantastisch-ironischen Coverartwork einen tiefen Einblick in das Innenleben der zwei Künstler auf „Wo“ und „Los lassen“ in klassischen Storytelling, Positivity-Shit der Q-Tip-Schule auf „Den Funken“ und „Du bist du“ neben sozialkritischen, stark politisch aufgeladenen Songs wie „System-overloaded“ oder einer geballten Medienschelte auf „pop-culture“. Die Highlights des Albums sind die Oldschool-Jams „The nacked truth“ mit dem fast vergessenen und ewigen Kurtis Blow himself sowie der G-Funk-Stomper „8mal8“ mit sechs befreundeten Mcs aus ihrem Umfeld. Das latineske Blockparty-Tool „Streethop Salsa“ wird man auf viele Partys 2011 und darüber hinaus abfeiern. Wie viele Argumente braucht ein Mensch der HipHop mag noch für einen Kauf dieser CD?
Peter Hagen
Ein 80er Jahre Computerspiel steht Namenspate für das neue Projekt von Steve Spacek und Katalyst: die „Space Invadas“ eben. Spacek gilt als großer Soulsänger, der von manchen als neuer Curtis Mayfield oder Marvin Gaye gesehen wird. Seine bisherigen Kooperationen mit Artists wie J Dilla, Mos Def, Slum Village oder Common sorgen für viele Vorschusslorbeeren. Katalyst ist ein angesehener Produzent. Er betreibt zusammen mit Geoff Barrow (Portishead) das Invada Label. Viel Erwartungen also. Die beiden Herren meistern die Aufgabe aber großartig. Sie basteln einen eigenen, frischen, gar futuristischen Sound, der dennoch seine Wurzeln definitiv kennt und pflegt. Da werden funky Beats mit eingängigen - aber nicht einfältigen - Melodien verbunden. Gastspiele von den MCs Buff 1 und Dank, Jade McRae und Fantine runden das Album ab. Einzig auf die Coverversion von „Ready or not“ hätte man verzichten können. Dennoch ein super Album, das bei mir in den nächsten Monaten sehr viel laufen wird.
Dirk Schäfer
REKS kündigt neues Album für März 2011 an. Tracklist & Producer! WoW!
25th Hour (Prod. by DJ Premier)
Thin Line (Prod. by Pete Rock)
Limelight (Prod. by Nottz)
Kill Em (Prod. by Sean C & LV)
This Or That (Prod. by Statik Selektah)
Why Cry feat. Styles P (Prod. by The Alchemist)
Face Off feat. Termanology (Prod. by Sha Money XL)
The Wonder Years (Prod. by Hi-Tek)
This Is Me feat. DJ Corbet (Prod. by Mike Frey)
Mr. Nobody (Prod. by Statik Selektah)
The Underdog (Prod. by Blaze P)
U Know feat. Freeway (Prod. by Hi-Tek)
Cigarettes feat. Lil Fame & Atticabarz (Prod. by Fizzy Womack)
Mascara (The Ugly Truth) (Prod. by Statik Selektah)
Like A Star (Prod. by Statik Selektah)
Self Titled (Prod. by Statik Selektah) [Bonus Track]
Kommenden Samstag (22.01.2011) findet unsere erste Veranstaltung im Jahr 2011 statt. Dafür haben wir was ganz spezielles für euch auf
die Beine gestellt: das Projekt Around the World". Erstmals werden wir unser DJ-Set um eine Live-Komponente erweitern. Dafür konnten
wir den Schlagzeugvirtuosen 'Manuel Tornow' gewinnen. Nach der gemeinsamen Probe am letzten Wochenende freuen wir uns schon sehr
auf eine Energiegeladene Show!
Freut euch ebenso auf eine musikalische Reise rund um den Globus: von Südamerika führt der Trip nach Afrika, über den Balkan, durch den
Orient bis hin nach Asien. Eine Symbiose von treibenden Rare Grooves und aktueller Musik: eklektisch, exotisch und kurios - aber vor allem
sehr funky und tanzbar! Zur warmgrooven empfehlen wir unsere Mixtapes Afreaka! und Tropidelic ...
Für die Party haben wir die vermutlich schöneste Location in Lindau gefunden: direkt am Seehafen auf der Insel - im historischen Bahnhofs-
gebäude - befinden sich die Räumlichkeiten des 37 Grad. In der liebevoll eingerichteten (Kaffee-)bar findet sich ausreichend Platz zum feiern!
Hier ein paar Eindrücke (aufgenommen im Rahmen der Soul Kitchen DVD-Releasetour im August 2010)
Der Beginn ist um 21.00 Uhr
bis voraussichtlich 02.00/03.00 Uhr.
Daher empfehlen wir rechtzeitiges Erscheinen!
http://www.soulbrigada.org/
PETER HAGEN
http://www.1beat.de
Charts Januar 2011
Wöchentlich Freitags 17-18 UHR Musikmagazin / Radio Dreyeckland Freiburg / Finest in Soul, Funk, Reggae, Rap, Jungle, Mashup
Trotter / Back in time (Quincy Jointz Remix)
Featurecast / The Shaker
The Breakbeat Junkie / Rock the funky Beat
Wildlife Collective / I need a dollar (Jungle Cake Remix)
High Contrast / Everything's different
Big Boi of Outkast / Shutterbug
Sofrito / Tropical Discotheque
Charles Bradley / No time for dreaming
Parov Stelar / The Paris Swing Box
DJ Shepdog / Bigger than Jamrock
COULTRAIN (of Platinum Pied Pipers) & BLACK SPADE aka STONEY ROCK
of HAWTHORNE HEADHUNTERS
Feb
11 - Copenhagen (DK), Rust
17 - Berlin, Bohannon
18 - Jena, Kassablanca
19 - Wien (A), Roxy
CHALI 2NA + Live Band
March
9 - Prague (CZ), Lucerna
10 - Berlin, Festsaal Kreuzberg
12 - Münster, Skaters Palace
13 - Linz (A), Kapu
14 - München, tba
15 - Köln, Subway
on tour right now, dont miss:
SNOWGOONS ft
PMD of EPMD, SEAN STRANGE & DJ ILLEGAL
Jan
19 - München, Crux
20 - Lyon (F), La Marquise
21 - St Gallen (CH), Kugl
22 - Bratislava (SK), Nu Spirit Club
25 - Karlsruhe, Stadtmitte
27 - Zürich (CH), Exil, tbc
28 - Copenhagen (DK), Rust
PHILLY SOUNDS ft
JAGUAR WRIGHT & LADY ALMA
w/ Live Band THE RUFFCATS
Jan
20 - London (UK), Jazz Cafe
21 - Berlin, Bohannon
22 - Paris (F), La Bellevoise
23 - Lyon (F), La Marquise
Musik ist die wohl beste Methode schnell und direkt in den winterlichen, oft tristen Monaten an ein sonniges Gemüt zu gelangen! Wo das Reisen in wärmere Gefilden oft einfach daran scheitert, dass die Post-Rezessions-Phasen, auch als chronischer finanzieller Engpass weltweit bekannt, auch in den Taschen des deutschen Mittelstands sich breit machen, sollte der Arzt deines Vertrauens dir einfach eine Rezept zum Kauf dieser Platte schenken - denn diese vorzügliche Zusammenstellungen von Remixen für den Bahama Soul Club, sorgt sofort und ohne riskanten Nebenwirkungen (Zappeln, Dauergrinsen) für ein wohliges Gefühl und wirkt fast besser als eine Antidepressiva. Das liegt vor allem an der Rundrumversorgung der Auftragsarbeiten. Die latinesken Grundbasis der BSC-Songs wird mal sehr entspannend-loungig (Acusmatic Group), ansteckend funky (Quincy Jointz, Valique, Mash & Munkee), mal mit mehr Nu-Jazz-Charakter (Renegades of Jazz) aufgepimpt. Die Platte biete auf 14 Songs auch 14 verschiedene, individuell sehr hochwertig und kreativ bearbeiteten Remixarbeiten. Dabei wird das Gesamtbild sehr bunt und zu einem chilligen wie tanzbaren Soundkaleidoskop aus den Downbeat- Klangfarbspielen Jazz, Afro, Latin, Reggae, Funk und die minimale Portion Electronica. Diese Scheibe auf das Kaffeehaus-Potential zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Schon allein die Vielfalt und die tanzflächenbetonten Werke haben mehr als internationalen Standart und bringen uns zu Jahresbeginn ein wirkliches Highlight.
Peter Hagen
Sandra Kreuch, Mutter von 4 Kindern (Zwillinge 10 Monate, Sohn 6 Jahre, Tochter 10 Jahre), steht Ihnen mit Rat & Tat rund um das Thema "Babys / Kinder" zur Seite.
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