Mehr als eine Million pflegebeduerftige Menschen werden zu Hause versorgt. Ein Grossteil dieser Arbeit wird von Angehoerigen, vorwiegend Frauen, geleistet. Durch die Zunahme hochbetagter pflegebeduerftiger Menschen und einer Ausweitung der chronisch degenerativen Erkrankungen steigt der Bedarf an professioneller haeuslicher Pflege. Diese personenbezogene Dienstleistung wird von beruflich Pflegenden erbracht. Die Anforderungen an uns Pflegende und die geforderten Kompetenzen sind enorm gestiegen.Die Realitaet in der haeuslichen Pflege stellt sich als eine komplexe, immer wieder anders gestaltete Pflegesituation dar. Eine grundlegende Forderung ist, dass pflegebeduerftige, kranke und behinderte Menschen weitestgehend ihre Autonomie und Selbstaendigkeit behalten oder wiedererlangen und damit in ihrer gewohnten haeuslichen Umgebung bleiben koennen.
Krankenpflege - Das haeufige Auftreten von chronisch-degenerativer Erkrankungen und die Multimorbiditaet im Alter verlangen eine an den Beduerfnissen und Wuenschen der Betroffenen ausgerichtete Pflege und Langzeittherapie. Unser pflegerisches Handeln ist dabei ausgerichtet auf die Unterstuetzung und uebernahme der Lebensaktivitaeten, auch unter Zuhilfenahme technischer und medikamentoeser Massnahmen. Bei akuten Gesundheitsproblemen haben die Massnahmen Prioritaet, die fuer die Aufrechterhaltung der wichtigsten Koerperfunktionen sorgen, z. B. das Freihalten der Atemwege bei betroffenen Menschen mit Schluckstoerungen oder die entlastende Lagerung bei Herzkranken. Dazu bedarf es neben der pflegerischen Kompetenz auch der Kenntnisse im Bereich der Medizin und Pharmakologie und auch das sichere Handeln in Notfallsituationen ist unerlaesslich.
Wir gehen in der haeuslichen Pflege primaer vom gesunden Menschen aus. Trotz Einschraenkungen der Gesundheit sind viele pflegebeduerftige Menschen in der Lage, ihre Selbstpflege weitestgehend zu gewaehrleisten. Sie benoetigen aber vielfach Beratung, Anleitung und Unterstuetzung z. B. in Fragen der Ernaehrung, der Bewegung und des richtigen Atmens. Wir Pflegende haben hier vielfaeltige paedagogische Aufgaben. Gesundheitsfoerdernde Massnahmen sollen das Wohlbefinden und die Lebens-qualitaet der Betroffenen erhalten oder verbessern. Neben der Verhaltenspraeven-tion, die sich am einzelnen Menschen und seinem Verhalten orientiert, legen wir grossen Wert auf die Verhaeltnispraevention, d.h. die umgebenden Bedingungen und Verhaeltnisse, die die Gesundheit beeinflussen. Gesund zu bleiben und sich gut zu fuehlen ist in grossem Masse von aeusseren Faktoren abhaengig wie der Wohnsituation und den Umweltbelastungen, der Erreichbarkeit sozialer und gesundheitlicher Einrichtungen, den Freizeitmoeglich-keiten und nicht zuletzt von der oekonomischen Situation der Betroffenen. Hier koennen und sollen wir Pflegenden uns zu Interessenvertretern der Pflegebeduerftigen und ihrer Angehoerigen machen.
An der Erarbeitung und Entwicklung des Leitbildes waren nahezu alle Mitarbeiter beteiligt, eine kleine Arbeitsgruppe hat letztendlich alle Ideen, Gedanken und Vorschlaege gesammelt und diskutiert und zu einem Ganzen zusammengefasst. Das Leitbild soll und kann keine statische und fuer alle Zeit festgeschriebene und verbindliche Orientierung sein. Die Entwicklung des Wissens im allgemeinen und der Pflegewissenschaft im besonderen ist staendig im Fluss und unterliegt vielfaeltigen gesellschaftlichen und kulturellen Einfluessen. So verstehen wir unser Leitbild als eine Arbeitsgrundlage und Orientierung, die auch weiterhin diskutiert, veraendert und aktualisiert wird. Damit verknuepfen wir auch die Hoffnung auf einen regen Gedankenaustausch und ein staendiges Nachdenken ueber eigene Einstellungen und ueberzeugungen im Bereich der Pflege zwischen den Mitarbeitern und unseren Aufgaben fuer ihre Pflege.
Sandra Kreuch, Mutter von 4 Kindern (Zwillinge 10 Monate, Sohn 6 Jahre, Tochter 10 Jahre), steht Ihnen mit Rat & Tat rund um das Thema "Babys / Kinder" zur Seite.
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